Historie der Baumaßnahmen an und in der Martinskirche Plieningen

1142Ort Plieningen erstmals urkundlich erwähnt
1150-1200

Kirche wird erbaut unter Welf VI. († 1191):

Schiff und Apsis im romanischen Stil, innen und außen steinsichtig (Dettenhäuser Sandstein), mit kantigem Triumphbogen und kleinen Rundbogenfenstern

1275Kirche wird erstmals urkundlich erwähnt

 

 

1142

Ort Plieningen erstmals urkundlich erwähnt

1150-1200

Kirche wird erbaut unter Welf VI. († 1191):

Schiff und Apsis im romanischen Stil, innen und außen steinsichtig (Dettenhäuser Sandstein), mit kantigem Triumphbogen und kleinen Rundbogenfenstern.

1275

Kirche wird erstmals urkundlich erwähnt.

1300

Anbau des Turms im gotischen Stil (3 Stockwerke Massivmauern + Dach)

??

Turm völlig ausgebrannt, Ursache und Jahr unbekannt.

1443

Wiederaufbau des Turms, neu ist das 4. Stockwerk (Glockenstube) in Fachwerkkonstruktion mit 8-eckigem Dach (Höhe bis Hahnenschweif 51,41 m). Der Glockenstuhl für die mittlere Glocke wird eingebaut.

1493

An Stelle des romanischen, wird ein gotischer Chor und eine Seitenkapelle (Sakristei) angebaut, außen steinsichtig, innen verputzt).

1518

Das Hauptportal am Turm wird ausgebrochen als neuer Zugang zur Kirche

1535

Die ganze, nach Westen abgesackte Fachwerkkonstruktion samt Turmhelm wird mit einer starken Eichenbalken-Stützkonstruktion abgesichert und verstärkt.

1538

Einführung der Reformation in Plieningen

1582

Große Glocke wird von Martin Miller, Esslingen gegossen

1686

Pfarrer Linde mit Familie wird an der Südwand im Chor verewigt.

1720

Einbau der Orgelempore und Kanzel. Absenken des Fußbodens des „Hohen Chores“ um zwei Stufen.

1727

Turmdach repariert, beschädigten Knopf gemacht, Hahn neu gestrichen

1751/52 Großes Bauwesen:
 

Vergrößern der Chorfenster nach unten. Ausbrechen der Sakristeitüre ins Freie gegen Osten, Anbau einer Treppe als Zugang zur Orgelempore samt Einbau einer Türe im Nordfenster des Chores. Umbau der Dachkonstruktion über Schiff und Chor mit Einbau eines freitragenden Sprengwerks, entfernen des Unterzugs und der zwei großen Säulen mitten im Schiff. 6 große spitzbogige Fenster wurden ausgebrochen (ohne Maßwerk), der Chorbogen im 45°-Winkel abgefast, Decke und Wände wurden verputzt, Decke mit „Stuckquadratur und Bandelwerk“ verziert. Die Empore im Schiff wurde von außen durch den Bau der „Richterstaffel“ zugänglich gemacht.  Der Altar wird erneuert. Der Baldachin über der Kanzel wird neu gestrichen Die ganze Kirche wird außen mit guter Steinfarbe gestrichen.

1765

Ausbrechen eines direkten Zugangs von der Kirchenbühne in den Turm. (Zugang über den Außensteg entfällt)

1766

Erneutes Absichern des nach Westen abgesackten Turmhelms: Ersetzen der westlichen Fachwerkwand durch eine massive Außenmauer.
(Abweichung der Turmspitze nach Westen im Jahr 1982 = 91 cm)

1781

Neue mittlere Glocke.

1791

Ausbessern der Risse am Plafond, weißnen der Decke und Wände

1829

Neue kleine Glocke. (Hagelglocke, wurde bei aufziehendem Unwetter geläutet. Bei einem schweren Unwetter wurde sie so ungestüm geläutet, dass sie einen Sprung abbekam und in Folge dessen gedreht werden musste.)

1849

Wände und Plafond ausgebessert und neu gestrichen. Plafond röthlich, Felder um die Wappen blau, Wände schön weiß, Säulen gelblecht.

1884

Glocke wird gedreht

1885

Erneuerung der Wandtäfelung im Chor (alte vom Schwamm zerstört)

1887

Kleine Glocke wird durch eine neue erstetzt. (Kaiserglocke)

1900

Neue Turmuhr, neue Zifferblätter, neue Zeiger

1901 Umfassende Erneuerung unter Baurat Frey, Stuttgart:
 

Die alte, doppelte Barock-Empore mit den Historien-Bildern an den Brüstungen wird durch eine neue ersetzt. Zwei Treppentürme werden angebaut. Ein Zugang zum Turm vom südlichen Treppenhaus her zur neuen Läutestube wird ausgebrochen (ab jetzt konnte oben geläutet werden, anstatt wie bisher unten im Eingang). Abbau der Richterstaffel. Einbau des Maßwerks in die Schiff-Fenster samt neuer Verglasung an allen Fenstern. Bemalen der Decke und des Chorgewölbes mit neo-romanischen/gotischen Ornamenten (Dolmetschfassung) Putzausbesserungen am Turm, Spitze mit Schiefer gedeckt.

1917

1. Weltkrieg:
Abliefern der Metall-Orgelpfeifen, Abliefern der kleinen und mittleren Glocke.

1921

Neue mittlere Glocke.

1926

Neue Orgel mit pneumatischem Werk.

1928

Neue kleine Glocke

1929

Turm:
Neu verputzt. Dach ausgebessert, Schiefer an der Spitzte durch neue, grün glasierte Ziegel ersetzt (nachgefertigt von Fa. Zizelmann, (Häfner)-Neuenhaus.

1937 Innenerneuerung unter Architekt Prof. Seytter:
 

Vom Chorbogen den Verputz von 1751 und den Bibelspruch von 1901 entfernt („Herr, ich habe lieb die Stätte Deines Hauses und den Ort, da Deine Ehre wohnet“) Das Fleckenwappen samt Bibelspruch („Israel soll blühen wie eine Rose“) abgewaschen und durch das neue Wappen mit stilisierten Rosen ersetzt. Von der Kanzel die unschönen Evangelistenbilder abgebeizt und durch aufgemalte Bibelsprüche ersetzt. Die neogotischen Ornamente an der Decke entfernt. Die Emporen auf der Südseite zurückgenommen

1944

2. Weltkrieg: Abliefern der kleinen und mittleren Glocke.

1950

Reparatur des Turmdaches (Loch mit 2 - 4 m, beim Einmarsch 1945 übermütig hineingeschossen)

1951

2 neue Glocken von Fa. Kurtz, Stuttgart.

1952 ?

Einbau elektrischer Läutemaschinen.

1955

Blitzschutzanlage in Ordnung gebracht.

1957

Dachziegel über dem Schiff auf der Südseite erneuert (Handgestrichene Biberschwänze runter, Maschinen-Biberschwänze drauf, doppelt gedeckt, wie am Chordach schon vorhanden)

1958

Dach über dem Schiff auf der Nordseite erneuert.

1959

Erneuerung der Elektro-Installation und der Kirchenbeleuchtung.

1960

Einbau einer elektrischen Heizung,

1960

Treppenhäuser werden innen neu gestrichen, an der Treppe auf der Südseite werden 4 vermoderte Stufen erneuert.

1961

Ein neues Uhrwerk mit elektrischem Aufzug und einer uhrgesteuerten Läuteautomatik wird aufgestellt.
Schaltapparat TUS/A2 eingebaut (Vermutlich zum Umsetzen des Impulses von der Mutteruhr in Stuttgart)

1962

Erneuerung der Sakristei (Gipser, Maler, Parkett, Beleuchtung, Altärchen)

1965-66 Umbauarbeiten im „Hohen Chor„, Architekt Wendschuh, Plieningen:
 

Orgel entfernt (Prospekt verkauft ð Heidenheim, Michaeliskirche) Orgelempore abgebrochen. Bänke entfernt, Holztäfelung an den Wänden entfernt Farbfassungen von 1901 und davor entfernt, Originalfassung restauriert. Pfarrer Linde restauriert, Kruzifix restauriert, Taufstein restauriert, Kanzel restauriert durch abbeizen der Bibelsprüche und Neufassung Fußboden nochmals eine Stufe tiefer gelegt, elektrische Fußbodenheizung eingebaut, neuen Bodenbelag eingebaut. Kanzel tiefer gestellt. Neuer Altar. Außentreppe entfernt und Türöffnungen auf der Nordseite zur Orgelempore und im EG zugemacht, Fenster Nordseite neue Sohlbank auf Originalhöhe, (die übrigen Fenster auf Barockhöhe belassen). Windfang an der Kupfertüre (seither Besenkammer) entfernt und Eingang zugänglich gemacht. Neuverglasung an den Fenstern, davon 3 bemalt von Wolf-Dieter Kohler. (Modernisierung der Verglasung im Schiff und in der Sakristei zurückgestellt) Neues Taufbecken aus Bronze von Ulrich Henn.

1965

Mauerfeuchte-Sanierung:
In der Chor-Außenwand und der Trennwand zum Schiff wird von innen eine Horizontalsperre eingebracht

1968

Neue Orgel, Fa. Weigle, Echterdingen, Entwurf Prospekt: Architekt Gottfried Wendschuh

1969

Statik der Glockenstühle in Ordnung gebracht.

1975

Neugestaltung des Kirchplatzes:
Terrain südlich der Kirche abgesenkt, Südeingang eine Stufe niederer gelegt, Nordeingang behindertengerecht ausgebaut.
Regenrinne am Chor und Schiff Süd werden im Abwasserkanal zum Mönchhof gefasst.

1975

Mauerfeuchte-Sanierung:
An Schiff und Chor wird von außen eine Horizontalabdichtung eingebracht mit „Wagner-Silicon“.

1975

Lautsprecheranlage eingebaut (mit Schwerhörigen-Induktionsschleifen)

1984

Restaurierung  der Bleiglasfenster von 1901 (alle Fenster außer Chor) Schutzverglasung an sämtlichen Fenstern (außer den Treppenhäusern) mit Sicherheits-Verbundglas (4 mm Goetheglas / Klebeschicht / 4 mm Floatglas / 10 mm Luft / Bleiverglasung)

1985

Innen-Restaurierung, Architekt Gottfried Wendschuh, Plieningen:

 

Chor:
Gewölbe vom Kerzenruß gereinigt, Wände neu gestrichen.

Schiff:
An der Schiffdecke die barocke „Stuckquadratur mit Bandelwerk“ in den Konturen von 1751 wiederhergestellt und in den Originalfarbtönen gefasst

Holzwerk:
Sämtliche Holzteile werden gereinigt und neu gestrichen.

Eingangshalle:
Putz erneuert und neu gestrichen.

Beleuchtung:
Neue Wandlampen.

Fußböden:
Neuer Läufer im Schiff, Sakristei-Parkett neu versiegelt.

Schließanlage:
Neue Schlösser.

1985

Orgel:
Technische Änderung an den 3 Hauptregistern: Die Pfeifen werden unten verengt und oben erweitert, dadurch wird ein „weicherer Klang“ erzielt.
Grundreinigung und Neu-Intonation.

1985

Glocken:
Neue Läutemaschine für die große Glocke.

1985

Schiff, außen:
An Fassade und Relieffries wird eine Steinrestauration vom Dachgesims bis zum horizontalen Absatz in der Fassadenmitte an der Nord- und Südseite durchgeführt.

1986

Wasserversorgung:
Die „Totenkammer“ (zwischenzeitlich Kohlenbunker) wird zur Teeküche ausgebaut mit Einbau einer Türe zum Treppenhaus. Wasserleitung und Kanalanschluss zur Ressestraße werden eingerichtet (auch Regenrinne Nordseite gefasst).

1986

Heizung:
Neue Schaltelemente werden eingebaut.

1987

Kirchturm-Instandsetzung, Vorarbeiten & Sanieren des Mauerwerks:

Das Mauerwerk an Turm, Treppenhäusern und Sakristei wird trockengelegt durch Einbringen einer Horizontalsperre mit Kieselsäure im Bohrlochverfahren, Sanierputz ca. 2 m über Sockelkante.

Das Kaffgesims am Turm wird mit Naturstein erneuert.

Der mürbe Putz wird im unteren Bereich abgeschlagen.

Der große senkrechte Riss in der Mitte des Turms auf der Westseite über dem Hauptportal wird durch herausnehmen der gelockerten Mauerteile und neu vermauern mit Massivziegeln und Kalkmörtel geschlossen.

Die Treppenhäuser werden aus dem Mauerverband mit dem Turm herausgelöst, die eisernen Zuganker werden durchtrennt. Die Schlitze werden neu vermauert, jedes Bauteil separat.

1988

Kirchturm, Sanierung vom Sockel bis zum Gockel, Architekt Wendschuh, Plieningen:

 

Gerüst bis zum Wetterhahn wird erstellt.

Sanierungsmaßnahmen am Mauerwerk:
der Länge nach durch die Westmauer in Nord-Süd-Richtung werden 4 durchgehende horizontale Löcher gebohrt und Zuganker aus Rundstahl, 28 mm stark, eingebaut, vorgespannt und mit Zement verpresst, 2 x auf ca. 5 m Höhe, 2 x auf ca. 9 m Höhe.

Fassade:
Der ganze Turm wird neu verputzt.

Uhren:
Zifferblätter und Zeiger werden neu gestrichen und vergoldet, die Zeigerachsen neu ausgebüchst
Die Sonnenuhr von 1751 freigelegt, wieder überputzt und originalgetreu auf den Neuputz aufgemalt.

Dach außen:
Beschädigte Dachziegel mit Vorrat von 1929 ausgetauscht, die Gräte werden neu verschraubt und vermörtelt, der Ostgrat mit neuen Gratpfannen.
8 Durchschüsse an der Kugel werden verlötet und diese samt Kreuz neu gestrichen, die 7 Durchschüsse am Gockelschwanz werden hartgelötet, der neu vergoldete Hahn wird auf ein neues Kugellager gestellt.

Holzwerk:
Morsche Teile am Traufgesims werden repariert. An den Schalläden werden die Bekleidungen und die Jalousiebretter erneuert, letztere mit Blech beschlagen.

Blitzschutz:
Der Blitzableiter wird durch einen zweiten, über Diagonale, ergänzt.

Dach- und Fachwerkkonstruktion:
Morsche Teile der Stützkonstruktion von 1535 werden herausgenommen und durch Ausmauerungen ersetzt, die Balken-Verstärkungen von 18hundertungerade (über den Glocken) neu verspannt, Ausmauerungen über den Pfetten, zwischen den Kehlbalken werden herausgenommen, die Stützkonstruktion aus Rahmenschenkeln (unter der Glockenstube) wird durch Stahl ersetzt.

1989

Treppenhäuser:

Putz und Stuckarbeiten werden durchgeführt, alles ausgebessert und neu gestrichen. Unter den Treppen werden 2 Besenkammern  eingebaut.

1990

Neue Stahlschränke in der Läutestube für Kirchenakten aufgestellt.

1992

Uhrcomputer eingebaut Stadtimpuls abgeklemmt.

2002

Behindertengerechter Zugang von der Nordseite durch Plattenbelag rollstuhlfähig ausgebaut.

2002

Verstärker- und Lautsprecher-Anlage wird modernisiert.

Mobile Lautsprecheranlage wird angeschafft.

2002

Neue Beleuchtung im Chor: 6 Halogen-Pendellampen.

2003

Neue Liedertafeln und Zahlen werden angeschafft.

2003

Stufe im Mittelgang beim Eintritt ins Kirchenschiff wird erneuert.

2003

Glocken:
Stählerne Glockenjoche von 1951 werden durch hölzerne ersetzt. Neue Läute-Elektronik wird eingebaut, die Elektroinstallation wird neu gemacht.
Große Glocke wird gedreht (ca. 30°)
3 neue Klöppel werden eingebaut (Spende von Baumanns Fritzle, Urenkel des Original-Glockendrehers)

2004

Auf den Emporen werden unter den Bänken die Öffnungen im Bereich der Fenster geschlossen.

2006

Vom Blitzschlag beschädigten Uhrcomputer durch neuen ersetzt.

2008 Innenrenovierung:
 

Holzwerk:
Holzwurm-Bekämpfung.

Elektroinstallation:
Neuinstallation in der ganzen Kirche. Mit neuen Zähler-, Schalt- und Verteilerschränken und neuem Mesnertableau.

Heizung:
Neue Elektro-Heizung.

Beleuchtung:
Neue Beleuchtung (Unter den Emporen und im Chor wurde die alte belassen). Neonlicht auf der Eichelesbühne.

Verputz:
Gipserarbeiten im Chor an den Wänden, Im Schiff an der Turmmauer (Süd).

Farbe:
Decke und Wände in Schiff, Chor, Sakristei und Treppenhäusern neu gestrichen.

Fenster:
Die Treppenhausfenster auch vollends mit Schutzverglasung ausgestattet. Elektrische Fensteröffner eingebaut (elektronisch, luftfeuchtigkeitsabhängig gesteuert).

Türen:
Eingangstüren am Turm restauriert und neu gelagert, bei den Windfangtüren werden die alten Unterflur-Türschließer durch neue ersetzt.

Bodenbeläge:
Schadhafte Stellen im historischen Fliesenbelag von 1901 in Turm und Schiff werden mit neu nachgeprägten ergänzt und restauriert, der Natursteinplattenbelag im Chor wird teilweise erneuert. Neue Schwellen an den Treppenhaustüren. Holzbeläge unter dem Gestühl und auf den Emporen restauriert und gestrichen. Parkett in der Sakristei neu versiegelt.

Deckenisolierung:
Wärmeisolierung mit „Isoflock“, Bretterbeläge auf der Eichelesbühne und in den Treppentürmen in Stand gesetzt.

Orgel:
Grundreinigung und Neuintonation, zusätzlich 2 neue Register eingebaut.

Lautsprecheranlage:
Neuer Verstärker, neue Mikrofone, neuer Schrank.

 

 (zusammengestellt von Günther Herre im Mai 2010)

 

2013-2015Außenrenovierung:
 

Fassadensanierung an Schiff, Chor und Sakristei:

Reinigung, Erneuerung der Fugen, Steinfestigung, Ergänzung, bzw. Austausch einzelner Steine

Umfangreiche Holzsanierungsarbeiten im Dachstuhl des Schiffes, des Chores und des Turmhelms

Neueindeckung des Daches über dem Chor und teilweise Neueindeckung des Daches über dem Kirchenschiff

Neueindeckung des Turmdaches unter Verwendung von noch gut erhaltenen Bestandsziegeln